Wenn der Beruf krank macht - AOK-Auswertung zeigt: Beschäftigte im Rheinland fehlen im Schnitt 20,1 Tage

07.04.2015

Den höchsten Krankenstand im Rheinland verzeichneten im Jahr 2014 die Berufe der Ver- und Entsorgung, das heißt beispielsweise Müllwerker oder Rohrleitungsbauer. Am wenigsten fehlten Beschäftigte der Berufe in Hochschullehre und -forschung. Der Krankenstand lag im Rheinland insgesamt bei 5,5 Prozent.

Die Art der ausgeübten Tätigkeit hat erheblichen Einfluss auf das Ausmaß und die Häufigkeit der Fehlzeiten als auch auf die Art der Erkrankung. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen einzelnen Berufsgruppen: Die meisten Fehltage weisen im Rheinland Berufsgruppen aus den Bereichen Ver- und Entsorgung mit 32,3 Fehltagen auf, Platz- und Gerätewarte mit 31,4 Fehltagen und Berufe im Gerüstbau mit 31,2 Fehltagen. Es handelt sich dabei um Berufsgruppen mit hohen körperlichen Arbeitsbelastungen und überdurchschnittlich vielen Arbeitsunfällen. Besonders wenige Fehltage hatten im Rheinland die Berufe in der Hochschullehre und -forschung mit lediglich 3,6 Fehltagen. Auch Berufe in der technischen Forschung und Entwicklung (6,7 Tage) sowie Ärzte (6,8 Tage) weisen deutlich unterdurchschnittliche krankheitsbedingte Fehlzeiten auf.

Die Gründe für die Höhe von Fehlzeiten liegen vor allem in den berufsspezifischen Anforderungsprofilen. In Berufen mit körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten wie der Ver- und Entsorgung oder dem Gerüstbau treten vor allem Muskel-Skelett-Erkrankungen auf. In diesen Berufsgruppen entfallen 29,9 bzw. 35,4 Prozent aller Krankheitstage auf diese Krankheitsarten. Zum Vergleich: Bei Berufen in der Hochschullehre und -forschung sind es nur 11,0 Prozent. Auch ist das Krankheitsspektrum ein anderes: So sind in den dienstleistungsorientierten Berufen eher psychische Erkrankungen bestimmend für eine Krankschreibung. Im Rheinland sind hier u.a. Redakteure mit 18,4 Prozent und Berufe in der Softwareentwicklung mit 17,2 Prozent zu nennen, zwei Berufsgruppen, die ansonsten eher geringe Fehlzeiten aufweisen.

Insgesamt ist der Krankenstand bei den rund 1,1 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern im Rheinland im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleich geblieben: Nach einem Anstieg von 0,1 Prozent liegt er nunmehr bei 5,5 Prozent. Damit hat jeder Beschäftigte in Rheinland im Durchschnitt 20,1 Tage aufgrund von ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen im Betrieb gefehlt.

Ein Service der AOK Rheinland/Hamburg: Detaillierte anonyme Auswertungen für Betriebe sind ab einer Anzahl von 50 AOK-Versicherten im Unternehmen möglich. Für weitere Auskünfte steht die Teamleiterin Gesundheitsberichterstattung,
Petra Meisel, im Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung www.bgf-institut.de in Köln zur Verfügung (Tel. 0221/27180-107).

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